Wissen im Unternehmen halten – die Ausbildung zum Wissenstransferbegleiter*in

Mitarbeiter kommen und gehen, das kennen wir schon und ist ganz normal. Schwieriger wird es erst dann, wenn in den kommenden Jahren nicht nur einzelne Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, sondern eine ganze Reihe bis hin zu ganzen Abteilungen in Rente gehen. Das ist auch die Motivation, eines meiner Kunden bei dem der demografischen Wandel in den kommen Jahren voll zuschlägt.

So hat das Unternehmen ermittelt, dass bis 2030 etwa ein Drittel der Mitarbeiter in den Ruhestand gehen werden – das sind ca. 80 bis 150 Mitarbeiter*innen pro Jahr. Viele dieser Mitarbeiter*innen verfügen über ein enormes unternehmen spezifisches Erfahrungswissen das gesichert werden will. Dabei geht es um Wissen, das sonst niemand hat und ohne die Weitergabe dieses Wissens wäre es für das Unternehmen und seine Mitarbeiter für immer verloren.

Um dieser Entwicklung frühzeitig und nachhaltig entgegenzuwirken haben wir deshalb eine Ausbildung zum Wissenstransferbegleiter*innen entwickelt.

Die Ausbildung versetzt die „Wissenstransferbegleiter*innen“ in die Lage, eigenständige „Experten-Interviews“ durchzuführen sowie die Wissensträger aktiv bei deren Wissensweitergaben zu unterstützen. Und das von der Wissensidentifizierung und Strukturierung, über die Wissenstransferplanung bis hin zum eigentlichen Wissenstransfer.

Nach der Ausbildung sind die Wissenstransferbegleiter*innen in der Lage
  • … ein Experten-Interview eigenständig durchführen
  • … Wertvolles implizites Wissen zu identifizieren und in einer Wissenslandkarte festzuhalten
  • … einen Wissenstransferprozess zu strukturieren und zu planen
  • … die Rahmenbedingung für einen erfolgreichen Wissenstransfer mitzugestalten
  • … denn gesamten Wissenstransferprozess aktiv zu unterstützen und Mitarbeiter während der Wissensweitergabe zu begleiten, anzuleiten und Hilfestellung zugeben

Ursprünglich war die Ausbildung als Präsenz-Training angedacht aber aufgrund der aktuellen Situation bieten wir die Ausbildung nun erst mal in Form eines interaktiven Online-Trainings an.

Entstanden ist eine Ausbildung in 3 Phasen. Die erste Phase beinhaltet die ersten beiden Blöcke die in Form von Selbstlernmodulen angelegt sind und theoretisches Basiswissen vermitteln. In Phase 2 finden dann 5 virtuelle Online Trainings statt die Theorie mit Praxis verzahnen und die Teilnehmer in zahlreichen Übungen dazu bringen das Gelernte in die Praxis zu übertragen und in den individuellen Kontext  anzuwenden. Phase 3 beinhaltet ein individuelles Coaching, das jeder Teilnehmer während seiner ersten Praxis in der Rolle des Wissenstransferbegleiters individuell abrufen und nutzen kann.

Die Inhalte werden in 7 Blöcken vermittelt
  1. Verstehen, wovon wir sprechen. Basiswissen aus dem Wissensmanagement
    Information – Wissen – Kompetenz I Wissenstreppe I Wissensarten I Eisbergmodell
  2. Erfahren, worauf es ankommt. Wissenstransfer als sozialen & biologischen Prozess verstehen
    Das „Brückenprinzip“ I Das Sender-Empfänger-Prinzip I kognitive Komplexität und mögliche Störfaktoren I Lernprinzipien I Lerntypen I Lernwege I Vergessenskurve
  3. Wie den reichen Wissensschatz identifizieren
    Das Experten-Interview I Fragen
  4. Wie den Wissensschatz bewerten, transparent machen und dokumentieren
    Die Wissenslandkarte I Netzwerkanalyse
  5. Eine gute Planung als solides Fundament
    Der Wissenstransferplan
  6. Wissenstransfer als effektiven und effizienten Prozess gestalten
    Phasen. Schritte. Erfolgsfaktoren. I Das didaktische Baukastenprinzip I Best Practice Beispiele
  7. Nützliche Transfer-Methoden kennenlernen und einsetzen können
    Selbstgesteuerte Lern-Sprints I Fire Side Chat I Erfahrungsbericht I Tandems I Shadowing etc.

Parallel dazu wird eine Community gegründet in dem sich die Teilnehmer regelmäßig austauschen können, um auch nach der Ausbildung in Kontakt zu bleiben, Praxis-Erfahrungen zu teilen und sich gegeseitig zu unterstützten.

Diesen Montag startet der erste Block mit etwas Theorie und am Freitag geht es gleich mit der ersten Fragerunde weiter. Ich freue mich sehr auf die Teilnehmer.

 

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