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Megatrend Wissenskultur: Warum Wissen teilen zur Zukunftsfähigkeit gehört

Das Zukunftsinstitut beschreibt im Megatrend „Wissenskultur“, dass Wissen längst nicht mehr nur als Ressource oder Wettbewerbsvorteil verstanden werden kann. Vielmehr geht es darum, wie wir mit Wissen umgehen, wie wir es teilen, organisieren und nutzbar machen. Wissen ist heute der entscheidende Rohstoff unserer Zeit – und er ist unendlich. Doch unendlich heißt nicht automatisch zugänglich. Wissen steckt häufig in Silos, Köpfen und Systemen fest und entfaltet sein Potenzial erst, wenn es geteilt wird.

Damit stellt sich für Organisationen nicht mehr die Frage, ob sie eine Wissenskultur brauchen, sondern wie diese Kultur gestaltet wird. Denn nur dort, wo Wissen frei fließen kann, entstehen Innovation, Resilienz und echte Zukunftsfähigkeit.

Warum ich von Wissensteilungskultur spreche

In meiner Arbeit gehe ich noch einen Schritt weiter: Ich spreche bewusst von einer Wissensteilungskultur. Warum?
Weil der Begriff für mich eine Haltung ausdrückt.

  • Wissen ist kein Besitz, den man hortet.
  • Wissen ist ein Schatz, der sich vermehrt, wenn wir ihn teilen.

Wenn wir von „Teilen“ sprechen, steckt darin mehr als nur die bloße Weitergabe von Informationen. Es geht um einen bewussten, wertschätzenden und oft auch mutigen Akt: Das eigene Erfahrungswissen sichtbar machen, weitergeben und damit andere befähigen.

Implizites Wissen sichtbar machen – Herzstück der Wissensteilungskultur

Wissen ist ein facettenreicher Schatz. Manches davon ist dokumentiert, greifbar, abrufbar. Doch der weitaus größere Teil liegt im Verborgenen: das sogenannte implizite Wissen – die persönlichen Erfahrungen, Muster und Intuitionen von Menschen. Dieses Wissen ist schwer messbar, aber es ist der eigentliche Nährboden für neue Ideen und Innovationen.

Die Herausforderung: Wir wissen, dass dieses Erfahrungswissen da ist, aber oft nicht, wo wir es finden oder wie wir es heben können. Genau hier setzt die Idee einer Wissensteilungskultur an:

  • Sie schafft Räume, in denen Menschen sich trauen, ihr Wissen preiszugeben.
  • Sie etabliert Rahmenbedingungen, in denen Zusammenarbeit nicht auf Konkurrenz, sondern auf Vertrauen basiert.
  • Sie macht sichtbar, dass Wissen ein lebendiges Gut ist, das sich ständig wandelt und weiterentwickelt

Wissensteilungskultur braucht den richtigen kulturellen Rahmen

Kultur beschreibt, wie wir miteinander umgehen – oft unausgesprochen und selbstverständlich. Jede Organisation hat eine Kultur. Die entscheidende Frage ist: Begünstigt diese Kultur das Teilen von Wissen – oder verhindert sie es?

Eine echte Wissensteilungskultur lebt von Neugier, Offenheit, Wertschätzung und echtem Interesse am Gegenüber. Sie stärkt das Wir-Gefühl und macht Organisationen widerstandsfähig, weil nicht alles an Einzelpersonen hängt.

Wissen teilen heißt Zukunft gestalten

Wissen teilen heißt Zukunft gestalten. Wenn wir Wissensteilung als selbstverständlichen Teil unserer Zusammenarbeit begreifen, verändern wir Organisationen von Grund auf:

  • weg von starren Hierarchien,
  • hin zu lebendigen Systemen,
  • getragen von Menschen, die ihr Wissen nicht für sich behalten, sondern großzügig einbringen.

Ich bin überzeugt: Menschen teilen ihr Wissen gerne – wenn wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Eine Wissensteilungskultur ist deshalb nicht nur ein Erfolgsfaktor, sondern ein menschliches und gesellschaftliches Zukunftsprojekt.

Du möchtest dich dem Thema weiter annähern?
Dann könnten diese Frage ein guter Ausgangspunkt für deine Reflexion sein:
Wie würde sich deine Organisation verändern, wenn eine echte Wissensteilungskultur selbstverständlich gelebt würde – was würde leichter, was kreativer, was wirksamer werden?

Intuition im Business: Warum Bauchentscheidungen auf Erfahrungswissen beruhen

In vielen Organisationen gilt noch immer:
Alles, was sich nicht messen, belegen oder in Zahlen ausdrücken lässt, wirkt unsicher.

Doch gerade in komplexen, dynamischen Situationen braucht es mehr als Daten.
Es braucht Erfahrung.
Es braucht Mustererkennung.
Es braucht Intuition – oder, wie viele sagen: das Bauchgefühl.

Der Psychologe und Risikoforscher Gerd Gigerenzer beschreibt Intuition so: “Intuition ist gefühltes Wissen, das auf langjährigen Erfahrungen beruht.“

Intuition ist kein Gegenspieler des Verstandes, sondern seine Partnerin – besonders dann, wenn es keine eindeutigen Antworten gibt.

Wenn Bauchgefühl zur richtigen Entscheidung führt

Ein Beispiel zeigt das besonders deutlich: In einem Luftfahrtprojekt sollte ein neues Steuerungssystem eingeführt werden – hochkomplex, sicherheitsrelevant, mit vielen Schnittstellen. Die technische Prüfung war abgeschlossen, alle Zahlen schienen stimmig.

Doch eine Projektleiterin mit über 20 Jahren Erfahrung äußerte Zweifel: „Ich kann es nicht genau erklären – aber ich habe das Gefühl, wir übersehen etwas im Zusammenspiel mit den Altkomponenten.“

Das Team war unsicher. Am Ende entschied man sich, noch eine zusätzliche Simulation anzusetzen.
Und genau dort zeigte sich: eine Schwachstelle in einem seltenen Randfall – potenziell mit gravierenden Folgen für Budget und Sicherheit.

Gut, dass man hingehört hat.
Denn Erfahrungswissen spricht nicht immer laut.
Manchmal zeigt es sich nur als Stutzen, als Zweifel, als Gedanke, der sich nicht sofort in Worte fassen lässt.

Drei Dinge, die wir über Intuition verstehen sollten

1. Intuition ist nichts Mystisches.
Sie ist keine Eingebung, kein sechster Sinn, kein „weiches“ Bauchgefühl.
Sie basiert auf gelebter Erfahrung – auf dem, was wir über Jahre gelernt haben, ohne es immer in Worte fassen zu können.
„Viele Führungskräfte entscheiden laut eigener Aussage 50 % aller Fälle letztlich aus dem Bauch – obwohl sie vorher alle Zahlen geprüft haben.“

2. Wer Erfahrung hat, sollte auf sein Bauchgefühl hören dürfen.
Intuition ist nur dann verlässlich, wenn sie auf echter Expertise beruht.
Wer sich in einem Gebiet wirklich auskennt, erkennt Muster, bevor andere sie benennen können.
„Wenn dir diese Erfahrung fehlt, dann solltest du deinem Bauch nicht trauen.“

3. Wir müssen lernen, anders zu fragen.
Wenn jemand in einem Meeting ein „ungutes Gefühl“ äußert, versuchen wir oft, es wegzudiskutieren.
Dabei liegt darin oft ein Schatz. Statt zu fragen „Warum hast du ein schlechtes Gefühl?“, könnten wir fragen:
„Wer hier im Raum hat die meiste Erfahrung mit genau solchen Situationen?“

Intuition, Wissen und Wissenstransfer in Organisationen

In der Begleitung von Wissenstransfer-Prozessen erlebe ich es immer wieder:
Es geht nicht nur um die Übergabe von Aufgaben oder das Dokumentieren von Prozessen.
Es geht darum, Erfahrungswissen anschlussfähig zu machen – auch dort, wo es sich nicht sofort erklären lässt.

  • Geben wir Intuition mehr Raum – nicht als Gegensatz zur Logik, sondern als verdichtetes Erfahrungswissen.
  • Lernen wir, besser hinzuhören – auch (und gerade), wenn sich etwas nicht belegen lässt.
  • Und erkennen wir an: Nicht alles, was zählt, steht in Tabellen.

Bauchgefühl ist Wissen

Gute Führungskräfte und Teams entscheiden mit beidem: Verstand und Bauch. Die Logik liefert Argumente. Die Intuition bringt das Erfahrungswissen ein, das wir nicht immer in Worte fassen können – und doch oft entscheidend ist.

Vielleicht ist genau das die wertvollste Form von Wissen, die wir im Wissenstransfer sichern können: Nicht nur das, was dokumentiert werden kann, sondern auch das, was sich in Intuition, Mustern und Erfahrung zeigt.

Du möchtest dich dem Thema weiter annähern?
Dann könnten diese Frage ein guter Ausgangspunkt für deine Reflexion sein:
Was wäre morgen auf einmal nicht mehr möglich – wenn heute eine Schlüsselperson geht?

KI im Unternehmen erfolgreich nutzen: Warum strukturierte Wissensbasis der Schlüssel ist

KI ist gerade in aller Munde. Und manchmal hat man das Gefühl, wir stürzen uns kollektiv auf ein neues Versprechen – das Versprechen von mehr Effizienz, von Produktivitätsschüben und neu gewonnener Zeit. Zeit, die frei wird, weil KI uns Routinen abnimmt, repetitive Aufgaben automatisiert und den Kopf freimacht für die Dinge, die wirklich zählen.

Soweit die Vision.
Doch sobald es um das Thema Wissen geht, wird es komplexer – und ehrlicherweise auch ein Stück anstrengender.

Die Hoffnung: Antworten auf Knopfdruck

Denn die Hoffnung ist verständlich:
Man stellt der KI einfach eine Frage – und sie spuckt das relevante Wissen aus, das im Unternehmen bereits vorhanden ist. Schnell. Punktgenau. Intuitiv.

Aber: So einfach ist es (noch) nicht.

Die eigentliche Grundlage fehlt

Denn bevor KI überhaupt auf Wissen zugreifen kann, muss dieses Wissen zunächst einmal auffindbar, verständlich und verknüpfbar sein. Und genau hier liegt in vielen Organisationen das eigentliche Problem: Die Grundlage fehlt.

Wissen überall – und doch nicht nutzbar

In der Realität liegt Wissen:

  • in den Köpfen einzelner Expert:innen
  • in E-Mail-Verläufen
  • in lokalen Laufwerken
  • in verschiedenen Tools (SharePoint, Confluence, Teams, Notion, …)
  • in PowerPoint-Folien, Excel-Listen, One-Pagern, Protokollen und Mitschriften
  • und oft auch einfach: zwischen den Zeilen

KI kann mit diesem verstreuten Wissen allerdings wenig anfangen. Denn damit sie wirklich Antworten liefern kann, braucht es bestimmte Voraussetzungen. Eine davon ist eine einheitliche Struktur: Ohne klare Ordnung bleibt Wissen ein Flickenteppich, den weder Mensch noch Maschine zuverlässig durchdringen können. Ebenso entscheidend ist der Kontext – Zahlen, Fakten oder Aussagen stehen selten für sich allein. Erst wenn Zusammenhänge sichtbar sind, kann daraus verwertbares Wissen entstehen. Hinzu kommt die Sprache: Wenn Begriffe unterschiedlich verwendet werden oder Formulierungen unklar bleiben, stößt auch KI an ihre Grenzen. Dazu kommt die Frage nach Zugriffsrechten – Wissen, das in Silos eingeschlossen ist, bleibt faktisch unsichtbar. Und schließlich: Das meiste Wissen ist implizit, steckt in Erfahrungen, Routinen oder unausgesprochenen Annahmen. Solange es nicht explizit gemacht wird, bleibt es auch für KI unzugänglich.

Es braucht einen Kulturwandel im Umgang mit Wissen

Deshalb: Bevor KI sinnvoll Wissen verarbeiten und nutzbar machen kann, braucht es einen echten Kulturwandel im Umgang mit Wissen.

Das bedeutet, es reicht nicht, nur Dokumente bereitzustellen.
Es braucht:

  • Struktur, die Orientierung schafft
  • Kontext, der Bedeutung sichtbar macht
  • Sprache, die anschlussfähig ist
  • und einen Zugang, der das Ganze verbindet
Wissen ist das Fundament für wirksame KI

Wissen entfaltet seine Wirkung, wenn es:

  • geordnet ist – damit Menschen und Maschinen es finden und nutzen können
  • im richtigen Kontext steht – denn Erfahrungen und Zusammenhänge machen es erst lebendig
  • verständlich formuliert ist – mit einer Sprache, die Klarheit schafft und Brücken baut<

Denn was nicht sichtbar ist, bleibt auch für KI unsichtbar. Wissensmanagement wird damit zur zentralen Voraussetzung für eine KI, die mehr kann als Floskeln und Allgemeinplätze.

Vom Versprechen zur Gestaltung

KI zeigt uns nicht, was fehlt – sondern, wo wir gestalten können.

Und das Beste: Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Wir müssen nur anfangen, das, was wir bereits haben, sichtbar, anschlussfähig und nutzbar zu machen.

Zwei Fragen zum Weiterdenken

Du möchtest dich dem Thema weiter annähern?
Dann könnten diese beiden Fragen ein guter Ausgangspunkt für deine Reflexion sein:

  1. Was müsste in deiner Organisation passieren, damit Wissen wirklich zugänglich, verknüpfbar und KI-tauglich wird?
  2. Wo in deinem Alltag wird deutlich, dass Wissen zwar vorhanden ist – aber schwer greifbar?

Wissen muss orchestriert werden, nicht gemanagt!

Jeder, der mich schon ein bisschen besser kennt, weiß, dass ich den Begriff Wissensmanagement nicht mag.

Denn Managen ist der falsche Begriff dafür. Wissensmanagement wird der Komplexität und Dynamik, die ich damit verbinde, nicht gerecht.

Wenn man jedoch ein Orchester betrachtet, wird einem schnell klar, was ich meine. Jeder Musiker in einem Orchester hat eine einzigartige Rolle, einen festen Platz und klare Verantwortlichkeiten. Trotz dieser Individualität arbeiten alle gemeinsam, um ein harmonisches Gesamtbild zu erschaffen. Jeder Musiker kennt den Zeitpunkt seines Einsatzes, die Bedeutung seiner Anwesenheit und selbst scheinbar einfache Handlungen wie das Umblättern der Noten sind präzise festgelegt.

Die Noten dienen als Richtlinien, aber die Interpretation und das Spiel liegen in den Händen und Köpfen der einzelnen Musiker. Hier tritt der Dirigent auf den Plan – er gibt den Takt vor, vereint die Stimmen und formt aus der Vielfalt der Instrumente ein zusammenhängendes Gesamtkunstwerk.

In ähnlicher Weise betrachte ich Wissensmanagement. Es geht nicht nur darum, Daten zu organisieren oder Informationen zu verwalten, sondern vielmehr darum, sie in einen Kontext zu setzen, zu verstehen und zu nutzen, um ein kohärentes Bild zu schaffen.

Die Menschen sind die Künstler, die die Noten interpretieren, und ein guter „Dirigent“ – sei es ein Teamleiter, Mentor oder ein System – gibt die Richtung vor und koordiniert die Bemühungen, um das volle Potenzial des Wissens zu entfalten.

Wissen ist Macht: Effektives Wissensmanagement in der Organisation

In der heutigen Welt, in der Information und Know-how zur wertvollen Ressource werden, ist unbestritten, dass geteiltes Wissen Macht ist.

Doch wie mobilisieren und nutzen wir dieses Wissen effektiv in unseren Organisationen?
Diese Frage steht im Mittelpunkt des Expertentalks, das ich mit Monja Eberlein von der Haufe Akademie Anfang Januar hatte.

Eine der zentralen Fragen, die wir im Gespräch aufgeworfen haben, betrifft das Teilen von Wissen. Genauer gesagt, warum entscheiden sich Menschen manchmal dafür, ihr Wissen zu teilen, während sie es in anderen Situationen lieber für sich behalten?

Die Antworten darauf sind vielschichtig und hängen von verschiedenen Faktoren ab, darunter Vertrauen, Motivation und die Unternehmenskultur.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, den wir diskutiert haben, ist die Business-Relevanz von Wissensmanagement.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Bedeutung eines strukturierten Know-how-Transfers innerhalb von Unternehmen weiterhin zunehmen wird und damit auch das Wissensmanagement einer Organisation immer wichtiger wird.

Dabei wird eine Frage immer wieder gestellt. Was ist beim Mobilisieren von Wissen wichtiger: Technologie oder Menschen?

Wir beide sind uns in diesem Punkt einig. Dabei geht es weniger um das Entweder-oder, sondern vielmehr um ein Sowohl-als-auch.
Technologie kann den Wissenstransfer unterstützen und beschleunigen, aber letztendlich sind es die Menschen, die das Wissen schaffen, teilen und nutzen.

Wer nicht live dabei sein konnte, kann unser Gespräch hier ansehen.

Ich wünsche viel Spaß beim Ansehen

Routinewissen und wertvolle Erfahrungen effektiv weitergeben

In den letzten Wochen habe ich über einen Wissenstransfer berichtet, den ich gerade begleite.

Dabei geht es vor allem um die Weitergabe von Routinewissen in einer Kommunikationsagentur.

Bei der Wissensidentifizierung wurde deutlich, dass die Wissensträgerin über ein außergewöhnliches Routinewissen verfügt, das es ihr ermöglicht, viele Aufgaben gleichzeitig und äußerst effizient zu bewältigen.

Meine Unterstützung zielt also darauf ab, diese Routinen sichtbar zu machen, damit die Nachfolgerin von diesem Wissen profitieren kann.

In der letzten Wochen haben sich beide zusammengesetzt und sind jede Routine gemeinsam Schritt für Schritt zusammen durchgegangen. Dabei hat die Wissensempfängerin einzelnen Schritte auch immer mal wieder hinterfragt und nachgebohrt, um zu verstehen, warum das Vorgehen so und nicht anders funktioniert.

Einen Punkt finde ich besonders bemerkenswert.

Je tiefer die beiden in die Routinen eingetaucht sind, desto kritischer wurden die Fragen. Das hat die Wissensgeberin an manchen Stellen echt herausgefordert, denn die Antworten auf die Fragen zu finden war oft nicht so einfach.

Mit dem gezielten Nachbohren hat die Wissensempfängerin ihre eigene Perspektive, ihr Wissen und ihre Erfahrungen eingebracht und damit den Blick der Wissensgeberin geöffnet. Was wiederum dazu geführt, dass die beiden an einigen Stellen die Routinen angepasst haben.

So ist im Wissenstransfer noch mal neues Wissen entstanden, das die Wissensgeberin nutzen kann, um ihre eigene Routine zu entwickeln.

Dieser Wissenstransfer zeigt, dass die Weitergabe von Routinewissen möglich ist.

Allerdings erfordert es Engagement und die Offenheit, bestehende Routinen zu überdenken. Im aktiven Austausch zwischen Wissensgeberin und Wissensempfängerin können so neue Erkenntnisse entstehen, die die Qualität der Arbeit für die Zukunft verbessern können.

Die beiden anderen Beiträge dazu findet ihr hier:
Routinewissen – der Schlüssel zur Effizienz im Agenturalltag?
Wissenstransfer: Routinen, Tipps und Stolperfallen

Wissenstransfer: Routinen, Tipps und Stolperfallen

Vor ein paar Wochen habe ich über einen Wissenstransfer berichtet, den ich momentan begleite.

Dabei geht um Routinewissen und wie wir dieses Wissen sichtbar und greifbar machen können, damit ihre Nachfolgerin von diesem Wissen profitieren kann.

Dazu bin ich mit der Wissensträgerin immer wieder ihre einzelnen Routinen und Vorgehensweisen Schritt für Schritt durchgegangen.

Dabei habe ich ihr geholfen, zu verstehen, warum sie ihre Routinen genauso und nicht anders ausführt, was bei jedem Schritt beachtet werden muss, damit er genauso ausgeführt werden kann und nichts aus dem Ruder läuft.

Mittlerweile haben wir fast alle ihre Routinen aufgezeichnet. Darin ist jeder einzelne Schritt dokumentiert.

Damit kann die Nachfolgerin jeden der Schritte innerhalb der einzelnen Routine gut nachvollziehen und verstehen. Dabei ist nicht nur wichtig, welche Schritte aufeinander folgen, sondern WARUM welcher Schritt wann folgt und an welcher Stelle Störfaktoren auftreten können.

Zusätzlich hat die Wissensgeberin alle wichtigen Schritten mit hilfreichen Tipps, Tricks, Kniffen aber auch Stolperfallen versehen, um zu zeigen, welche Schritte mehr Aufmerksamkeit und Wissen benötigen.

Wir sind beide schon sehr darauf gespannt, wie der erste Wissenstransfer in der kommenden Woche mit der Nachfolgerin laufen wird.

  • Ob die Schritte für die Nachfolgerin nachvollziehbar sind?
  • Ob die Tipps, Tricks, Kniffen und Stolperfallen ihr wirklich helfen werden?
  • Ob es Punkte gibt, die wir vergessen oder nicht gesehen haben?
  • Welche Schritte aus ihrer Perspektive vielleicht unlogisch sind?
  • An welchen Stellen sie vielleicht Anpassungen oder Änderungen vornehmen würde?

Wenn ihr wissen wollt was wir im ersten Schritt gemacht haben dann seht euch folgenden Beitrag an:
Routinewissen – der Schlüssel zur Effizienz im Agenturalltag?

Fachkräftemangel: Wie kann wertvollen Wissen gesichert werden

Deutschlands Mittelstand ächzt unter dem Fachkräftemangel. Die Arbeit wird auf immer weniger Köpfe verteilt, und wertvolles Wissen geht verloren.

Aber mit einer strukturieten Vorgehensweise kann es gelingen, den Wissensverlust in Organisationen zu minimieren.

Wie genau das funktionieren kann, habe ich zusammen mit ein paar Kollegen in einem Artikel beschrieben.

Hier habe ich den ganzen Artikel für euch hinterlegt.

Wege zur langfristigen Sicherung von Know-how

Das war des Thema meines vierten und letzten Vortrags in Rahmen eines Projektes bei einem Kunden.

Auch wenn keiner den Begriff demografischer Wandel mehr hören kann, möchte ich trotzdem dazu einladen, mit mir einen Blick auf die Fakten und seine Folgen zu werfen.

Laut Definition beschreibt der demografische Wandel die Entwicklung unserer Bevölkerung. Dabei wird die Veränderung der Altersstruktur, als auch die Geburtenanzahl im Verhältnis zu den Sterbefällen betrachtet. In Deutschland steigt der Altersdurchschnitt und seit den 70er-Jahren werden weniger Menschen geboren, als sterben. Man geht davon aus, dass im Jahr 2060 jeder Dritte mindestens 65 Jahre alt sein wird.

In Deutschland steigt der Altersdurchschnitt und seit den 70er-Jahren werden weniger Menschen geboren, als sterben. Man geht davon aus, dass im Jahr 2060 jeder Dritte mindestens 65 Jahre alt sein wird.

In nicht zu weiter Zukunft  -schon in den kommen 7 Jahre wird sich der deutsche Arbeitsmarkt drastisch verändern.

Denn dann werden:

  • Rund 20 Millionen der in den Jahren von 1956 bis 1965 geborenen Babyboomer in den Ruhestand gehen.
  • Diese geburtenstarken Jahrgänge der 50er und 60er Jahre machen 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland aus.
  • Sie werden dem Arbeitsmarkt dramatisch fehlen.

Die Zahlen sprechen für sich. Und doch führt der Handlungsdruck in Unternehmen erst dann zu konkretem Handeln, wenn klar ist, dass Wissensträger gehen und das vorhandene Wissen mit ihnen.

In meinem Vortrag zeige, wie Organisationen schon heute darauf reagieren können. Warum jetzt noch genügend Zeit ist, um einen strukturierten Wissenstransfer in der Organisation zu etablieren und warum es sich für alle Beteiligten lohnt.

Schaut gerne rein. Ich hoffe, ihr könnt für euch etwas mitnehmen.

Wissensarbeiter brauchen neue Kompetenzen und Fähigkeiten

Das war der Titel meines dritten Vortrags im Rahmen eines Projektes bei einem Kunden.

Über Jahrhunderte haben Menschen ihr Wissen geteilt. Schon unsere Ur-Ur-Vorfahren haben das Jagen eines Mammuts in Form von Höhlenmalereien festgehalten. Oder das Wissen über Pflanzen und Wurzeln von Generationen zu Generationen weitergegeben.

Wo wären wir heute, wenn diese Ur-Menschen ihre Erfahrungen, ihr Wissen, dass sie sich mühselig, oft auch schmerzhaft angeeignet haben, für sich behalten und niemals weitergeben hätten?

Im schlimmsten Falle hätte niemand überlebt. Im positivsten Fall hätte unsere Entwicklung zum Homo Sapiens noch ein paar Millionen Jahre länger gedauert.

Doch so wie unsere Ur-Ur-Vorfahren Wissen weitergegeben haben, funktioniert es heute nicht mehr. Wissen weiterzugeben ist im Organisationskontext heutzutage kein Ur-Instinkt mehr. Aber dennoch für Organisationen überlebenswichtig.

Denn ohne das Wissen der Mitarbeitenden sind Unternehmen in einer Wissensgesellschaft nicht mehr handlungs- und innovationsfähig.

Auch deshalb brauchen wir nicht nur andere Rahmenbedingen in Organisationen, die den Wissenstransfer günstigen und aktiv fördern, sondern Mitarbeitende auch neue Kompetenzen und Fähigkeiten.

Ich nenne das Wissenstransferkompetenz!

Schaut gerne rein. Ich hoffe, ihr könnt für euch etwas mitnehmen.